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Tierhaar-Allergie: Gibt es doch keine allergenarmen Hunde?

Erstellt am: 21.04.2013

Eine neue Studie widerlegt die Theorie vom hypoallergenen Hund.
Die Theorie klingt einleuchtend: Auch für Tierhaar-Allergiker könnte der Traum vom eigenen Haustier wahr werden – mit einem hypoallergenen Hund oder einer Katze. Diese sollen weniger Allergene absondern als andere Tiere und folglich kaum oder gar keine allergischen Symptome verursachen. Keine tränenden Augen, kein Schnupfen, keine Niesanfälle. Sogar im Weißen Haus wohnt ein solches Tier, der Portugiesische Wasserhund „Bo“. Die Töchter des US-Präsidenten Barack Obama wollten laut Medienberichten trotz Tierhaar-Allergie unbedingt einen Hund haben. In der Praxis widerlegten nun Wissenschaftler des Henry-Ford-Hospitals in Detroit (USA) die Mär vom allergenarmen Tier. Das Resultat ihrer Studie: In Haushalten mit hypoallergenen Hunden ist die Konzentration des Hauptallergens Can f 1 genauso hoch wie in denen anderer Hundehalter auch. Das Protein Can f 1 haben alle Rassen gemeinsam, es befindet sich vor allem in Haaren und Hautschuppen, im Speichel und Urin der Tiere. Die Forscher hatten 173 Haushalte und 60 Hunderassen untersucht. Elf von diesen galten als hypoallergen, darunter der Labradoodle, eine spezielle Züchtung für Allergiker, und der Portugiesische Wasserhund.

Die Menge entscheidet
„Es gibt auf dem Gebiet sehr wenig Forschung, aber ich bin sicher, dass manche Rassen weniger Allergene absondern als andere, etwa weil sie kleiner sind oder ihr Fell weniger Hautschuppen enthält“, meint der Immunologe Dr. Hans Grönlund vom Karolinska Institut in Stockholm (Schweden). „Im direkten Kontakt mit dem Tier kann das von Vorteil sein“, ergänzt Professor Torsten Zuberbier, Leiter der Europäischen Stiftung für Allergieforschung in Berlin. Doch mit dem Tier spielen oder es streicheln ist nicht das Problem. „Allergene reichern sich auf Kleidung oder in der Wohnung über Monate an. Eine bestimmte Menge führt schließlich zu allergischen Symptomen“, so Zuberbier.

Das erklärt das Ergebnis der US-amerikanischen Studie: Selbst wenn ein Hund weniger Can f 1 absondert – über einen längeren Zeitraum sammelt sich genug davon an, um Juckreiz und Niesanfälle bei sensibilisierten Menschen auszulösen. Personen mit ausgeprägter Allergie rät Zuberbier deshalb davon ab, sich ein Tier anzuschaffen. Einmal Allergiker, nie wieder Haustiere? Ein völlig allergenfreies Tier wird und kann es nie geben, betont Grönlund. Zum einen sei das eine Frage des Verhaltens: Katzenallergene etwa gelten als sehr aggressiv, weil die Tiere ihr Fell häufig lecken, die Allergene sich verteilen und in den Haaren kleben bleiben. Zum anderen handelt es sich nicht um überflüssige Moleküle, sondern für die Körperfunktionen der Tiere wichtige Proteine, die man nicht einfach wegmanipulieren kann.

Hoffnung für Tierfreunde?
Einen Hoffnungsschimmer aber erlaubt Grönlunds Forschung: In einigen Jahren soll es möglich sein, das allergische Profil eines Menschen und die Allergene eines Hundes miteinander abzugleichen, so der Immunologe. Wer unbedingt einen Hund benötigt (etwa blinde Menschen), könnte davon profitieren. Das Problem: „Bei Hunden gibt es sechs verschiedene Allergene, auf die 40 bis 60 Prozent der Betroffenen reagieren“, erläutert Grönlund. Noch sind die Methoden nicht ausgereift, mit denen die Forscher messen wollen, wie stark die einzelnen Proteine bei Hunden vertreten sind. Gelingt das, könnte sich der Traum vom Hund für manchen doch noch erfüllen.

Was heißt hypoallergen?
Der Begriff „hypoallergen“ klingt zwar medizinisch, ist aber nicht geschützt. Bezeichnet werden damit Produkte oder auch Tiere, die weniger (bekannte) Allergene enthalten als andere. Das bedeutet aber nicht, dass es gar kein Allergierisiko gibt – das gilt für eine sogenannte hypoallergene Creme genauso wie für einen angeblich allergenarmen Hund.

Quelle: apothekenumschau.de

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