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Schmerzen – chronisch und akut

Erstellt am: 05.07.2011

Chronische Schmerzen gelten heute als eigenes Krankheitsbild und werden am besten mit einer kombinierten Therapie behandelt Kein Mensch möchte sie erleben, aber dennoch muss sich jeder von Zeit zu Zeit mit ihnen herumschlagen: mit Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Nervenschmerzen oder Rückenschmerzen. Wer Glück hat, spürt nur kurze Zeit akute Schmerzen. Doch rund elf Millionen Erwachsene in Deutschland leiden an chronischen Schmerzen, an Beschwerden, die länger als sechs Monate dauern. Dabei hat chronischer Schmerz im Vergleich zum akuten Schmerz seine ursprüngliche Schutzfunktion verloren. Akute Schmerzen schützen und warnen den Menschen vor drohenden Gewebeschäden etwa wenn er nicht die Hand von der heißen Herdplatte wegzieht. Lange Zeit schienen Schmerzen das Stiefkind der Medizin zu sein. Heute wird viel im Bereich der Schmerztherapie geforscht und investiert. Unterschieden werden drei Arten von Schmerzen: Nervenschmerzen oder neuropathische Schmerzen, zentrale Schmerzen, die im Zentralnervensystem (ZNS) entstehen, also in Gehirn oder Rückenmark, sowie die psychosomatischen Schmerzen, bei denen seelisches und körperliches Leiden zusammentreffen.

Die drei größten Irrtümer:
"Schmerz muss man einfach mal aushalten können", heißt es oft im Volksmund. Das ist falsch. Auch akute, kurzfristige Schmerzen, etwa durch eine Verletzung, sollten behandelt werden. Geschieht das nicht, besteht die Gefahr, dass sich die Schmerzempfindung in Gehirn und Rückenmark "eingräbt". Die (starken) unangenehmen Gefühle werden so chronisch - auch dann, wenn die Ursache der Schmerzen längst behoben ist. Und weitere Gefahr droht: Einigen Studien zufolge können anhaltende Schmerzen sogar die Nervenzellen im Rückenmark teilweise zerstören. "An die Schmerzen werde ich mich gewöhnen", sagen manche Menschen. Doch niemand kann sich durch Schmerzen abhärten. Im Gegenteil. Die Schmerzschwelle der Betroffenen sinkt, so dass sie noch empfindlicher werden. "Mit einem guten Medikament bekomme ich meine Dauerqualen in den Griff", glauben viele. Doch so einfach ist das nicht. Chronische Schmerzen lassen sich meist nur mit einer kombinierten Behandlung nachhaltig bekämpfen, bei der Medikamente nur einen Baustein darstellen.

Es stehen eine ganze Reihe von schmerzstillenden Präparten zur Auswahl: Häufig genommen werden Präparate mit den bekannten Wirkstoffen Paracetamol, Acetylsalicylsäure (ASS) und Ibuprofen. Gegen Migräneattacken werden zum Beispiel Vertreter aus der Wirkstoffgruppe der Triptane verschrieben. Sie greifen direkt in den Stoffwechsel der Nervenzellen ein und hemmen Entzündungsreaktionen im Gehirn. Bei sehr starken Schmerzen, nicht nur bei Tumorkranken, werden oft Opioide gewählt, das sind morphinähnliche Wirkstoffe. Dazu muss der Arzt ein spezielles Betäubungsmittelrezept verschreiben. Vorteil: Die Opiat-Pflaster erlauben auch niedrige Dosierungen. Wer unter neuropathischen Schmerzen leidet, bekommt vom Arzt meist ein lokales Betäubungsmittel in die Nähe des Nervs gespritzt.

Therapien bei chronischen Schmerzen

Neben der Behandlung mit Medikamenten werden alternative Verfahren wie etwa die traditionelle chinesische Heilmethode Akupunktur angewandt, unter Umständen eine Psychotherapie empfohlen und oft auch Verhaltensänderungen des Patienten. So auch bei Rückenschmerzen, die als Volkskrankheit gelten. Neben einer Therapie mit Medikamenten ist hier die Mitarbeit des Betroffenen gefragt. Rückenschmerzen sind meist die Folge von Muskelverspannungen, deren Ursache ein Haltungsschaden ist. Dagegen hilft ein krankengymnastisches Training oder Physiotherapie. Schonung und Bettruhe hingegen gelten bei Rückenschmerzen als Gift. Denn dadurch wird der Muskelapparat weiter geschwächt und die Beschwerden verschlimmern sich. Weitere Methoden unter anderem bei Spannungskopfschmerzen und Migräne: die Muskelentspannung nach Jacobsen und Biofeedback.

Fazit
Wer unter chronischen Schmerzen leidet, wendet sich am besten an einen Schmerzspezialisten oder an einer Schmerzklinik, um eine Schmerztherapie zu beginnen.



Quelle: Apothekenumschau

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