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Jodeinnahme bei Strahlenunfällen

Erstellt am: 10.04.2011

Sehr geehrte Kunden,
nach dem nuklearen Notstand in Japan sind viele Bundesbürger verunsichert, ob und mit wie viel „Jodtabletten" sie sich bevorraten sollen. Gerne beantworten wir Ihnen Ihre Fragen. Das Wichtigste aber gleich vorweg: * Nehmen Sie in keinem Fall voreilig, das heißt ohne behördliche Aufforderung, hochdosierte Jodtabletten (genauer Kaliumjodid) ein. Dies kann gesundheitsschädlich sein. * Die in Apotheken erhältlichen Jodtabletten zur Vorbeugung und Behandlung von Schilddrüsenkrankheiten enthalten Jod in einer viel zu geringen Menge, um sie bei nuklearen Unfällen wirksam einzusetzen. * Für nukleare Zwischenfälle gibt es spezielle, hochdosierte Kaliumjodid-Tabletten. 2004 wurden von der Bundesregierung 137 Millionen solcher Dosen bestellt und in Depots eingelagert, von wo aus Sie im Ernstfall schnell ausgeliefert werden.

Wie wirken hochdosierte Jodtabletten?
Bei Unfällen in Kernkraftwerken kann es zur Freisetzung von radioaktivem Jod kommen. Da radioaktives Jod die gleichen chemischen und physikalischen Eigenschaften hat wie das in der Nahrung vorkommende, natürliche Jod, wird es wie „normales" Jod in der Schilddrüse gespeichert. Eine mit Jod gesättigte Schilddrüse wird weniger oder kein radioaktives Jod aufnehmen. Deshalb kann durch die Einnahme von hochdosierten Jodtabletten die Speicherung von radioaktivem Jod verhindert werden. Man spricht von einer „Jodblockade". Jodtabletten schützen aber nicht vor anderen radioaktiven Stoffen.

Wann sollen die Jodtabletten eingenommen werden?
Damit die Jodblockade funktioniert, ist der richtige Einnahmezeitpunkt von entscheidender Bedeutung. Nimmt man die Jodtabletten zu spät ein, dann kann radioaktives Jod zuvor von der Schilddrüse aufgenommen werden. Nimmt man die Jodtabletten zu früh ein, dann ist das zugeführte nicht-radioaktive Jod schon wieder ganz oder teilweise abgebaut. Der Schutz ist am wirksamsten, wenn die Jodtabletten praktisch gleichzeitig mit dem Einatmen des radioaktiven Jods eingenommen werden.

Woher weiß ich, wann der richtige Einnahmezeitpunkt ist?
Die Katastrophenschutzbehörden haben bei einem schweren Unfall in einem Kernkraftwerk als Erste alle notwendigen Informationen über die Freisetzung von radioaktivem Jod und dessen Ausbreitung in der Umgebung. Daher können nur die Katastrophenschutzbehörden entscheiden, ob eine Jodblockade erforderlich ist, und empfehlen, in welchen Gebieten zu welchem Zeitpunkt die Jodtabletten eingenommen werden sollen. Diese Informationen erfolgen über die Medien.

Darf jeder die Jodtabletten einnehmen?
Die Durchführung einer Jodblockade empfiehlt sich nicht für Erwachsene über 45 Jahren, da bei dieser Personengruppe zu viel Jod das Risiko von Schilddrüsenerkrankungen steigert. Auch sollten Personen mit nachgewiesener Schilddrüsenüberfunktion kein hochdosiertes Jod einnehmen. Die Katastrophenschutzbehörden werden gegebenenfalls darauf hinweisen, welche Personengruppen in welcher Dosierung die Tabletten einnehmen sollten.

Alle weiteren Fragen beantworten wir Ihnen gerne in der Apotheke in einem persönlichen Gespräch!



Quelle: Aplus

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